Wissenschaftliches Symposium, Georg-August-Universität Göttingen, 03./04.12.2026
4. Dezember 2026
Das Phänomen ‚Romantik› beschäftigt Menschen heute wie vor zweihundert Jahren; die Wahrnehmung dessen, was als ‚romantisch› verstanden wird, oszilliert. An Definitionen versuchten sich bereits Protagonist:innen der Frühromantik wie etwa Novalis – eine allgemeingültige Definition gibt es jedoch bis heute nicht. Das verwundert kaum angesichts der Vielfalt an Motiven, Konzepten, Perspektiven, an Inter- und Transmedialitäten. Erhabene Berge und still flimmernde Schneelandschaften stehen neben tosender Brandung, Lawinen und Inferno, einsame Figuren neben wimmelnden Historiendarstellungen; Idyllen kippen ins Unheimliche; das Fragment wird zur Gattung erhoben und steht zugleich neben kosmologischen Zyklen und dem Streben nach Universalität. Text, Bild und Musik sind miteinander verwoben und stehen doch jedes für sich; Mobilitäten und Austausch lassen Romantik als globales und lokales Phänomen mit »Familienähnlichkeiten« und Individualitäten erscheinen.
Diese exemplarischen Aspekte können nicht nur die anhaltende Faszination erklären, sondern werfen zugleich eine zentrale Frage auf: Wie Romantik darstellen? In unserem Symposium möchten wir diese Frage nicht auf Vergangenheit oder Gegenwart beschränken, sondern bewusst Räume für übergreifende Perspektiven eröffnen. Mit unterschiedlichen Expert:innen nähern wir uns der Frage nach romantischen Darstellungen und Darstellungen des Romantischen am Beispiel ausgewählter historischer und gegenwärtiger (Meta-)Medien: Text, Bild und Ausstellung. Objekte aus unterschiedlichen Göttinger Sammlungen bieten neben Vorträgen und Diskussionen einen weiteren Ausgangs- und Referenzpunkt.
Das Symposium findet an der Universität Göttingen am 3. und 4. Dezember 2026 statt und wird gemeinsam von Dr. Lisa Kunze (Seminar für Deutsche Philologie, Georg-August-Universität Göttingen) und Dr. Klara von Lindern (Kunstgeschichtliches Seminar, Georg-August-Universität Göttingen) organisiert.
Programm:
Podiumsdiskussion
03.12.2026, 18:00
Historische SUB/Bülow-Saal, Papendiek 14, 37073 Göttingen
Romantik | Darstellen. Mediale Inszenierungen des Romantischen von 1800 bis zur Gegenwart
Podiumsdiskussion mit Antonius Adamske, Anne Bohnenkamp-Renken, Sandra Kerschbaumer und Michael Thimann
Wissenschaftliches Symposium
04.12.2026, 9:00–14:30
Historische SUB/Bülow-Saal, Papendiek 14, 37073 Göttingen
9:00 Ankommen
9:30–9:45 Begrüßung
Panel I: Texte
9:45–10:15 Roland Borgards
»Es sang vor langen Jahren.« Clemens Brentanos Der Spinnerin Nachtlied als Nachtigallengedicht
10:15–10:45 Roya Kehl
Maschinen-Bilder, Maschinen-Mensch. Plastisch werdende Metaphern bei Ludwig Tieck und E.T.A. Hoffmann
10:45–11:15 Kaffeepause
Panel II: Bilder
11:15–11:45 Friederike Röpke
Geschriebene Bilder, gezeichnete Worte: Die inter- und transdisziplinäre Inszenierung romantischer Motive in Carl Oesterleys Grafiken zu H. C. Andersens Bilderbuch ohne Bilder
11:45–12:15 Mareike Hennig
»Wo Herz und Gemüth im Menschen erkaltet ist, da kann die Kunst nie heimisch sein.« Caspar David Friedrich schreibt ein Manifest romantischer Kunst
12:15–13:00 Mittagspause
Panel III: Ausstellungen
13:00–13:30 Holger Birkholz
Ein Traum, was sonst? Über ein deutsch-russisches Ausstellungsprojekt zur Romantik 2019–2022
13:30–14:00 Vanessa Zeisig
Romantik ausstellen. Szenografie zwischen Wissensproduktion und Kritik
14:00: Ausblick und Abschlussworte
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